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Richtlinie

der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration für

Erziehungspersonal in Kitas und der Ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen („Positivliste”)

Der hohe Bedarf an ausgebildeten Fachkräften in den Kindertageseinrichtungen einschließlich der Ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen (GBS) hat die für die Kindertagesbetreuung zuständige Behörde für Arbeit, Soziales, Familien und Integration (BASFI) gemeinsam mit der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) veranlasst, den Personenkreis der Beschäftigten in Kitas zu erweitern. Dieses Informationsblatt gibt Auskunft darüber, welche Personen mit welchen Ausbildungsabschlüssen unter welchen Voraussetzungen in Kitas und GBS eingesetzt werden können. Die „Positivliste” gilt befristet bis zum 30.09.2019. Für den September 2019 ist eine Überprüfung der Auswirkungen der Positivliste vorgesehen. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob die Laufzeit verlängert wird oder Veränderungen vorgenommen werden müssen.

1) Einsatz von Erziehungspersonal gemäß den „Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen”

Nach Nr. 4.2 der „Richtlinien für den Betrieb für Kindertageseinrichtungen” (siehe unter http://www.hamburg.de/basfi-richtlinien.pdf) der BASFI wird das Erziehungspersonal grundsätzlich in Erst- und Zweitkräfte unterschieden.

Erstkräfte sind … (Tabelle 1) Zweitkräfte sind … (Tabelle 2)
staatlich anerkannte Sozialpädagoginnen1, Kindheitspädagoginnen staatlich anerkannte Sozialpädagogische Assistentinnen
staatlich anerkannte Erzieherinnen, Heilerzieherinnen oder Heilerziehungspflegerinnen, Heilpädagoginnen staatlich anerkannte Kinderpflegerinnen
oder Personen mit vergleichbaren Abschlüssen

Die Kita-Aufsicht der BASFI kann aufgrund eines begründeten Antrages auch dem Einsatz von
Personen mit anderen oder ohne fachspezifische Qualifikationen als Erst- oder Zweitkraft zustimmen,
sofern diese persönlich geeignet sind und eine fachliche Eignung nachweisen oder in
einem angemessenen Zeitraum erwerben.
Ansonsten liegen die Voraussetzungen für den Einsatz als Erstkraft vor, wenn staatlich anerkannte
Kinderpflegerinnen oder sozialpädagogische Assistentinnen sich in mindestens fünfjähriger
Praxis in einer Kindertageseinrichtung bewährt haben, als überdurchschnittlich befähigt (2) Erweiterter Personenkreis zur Beschäftigung in Kita und GBS
Um den Zugang geeigneten Fachpersonals zu den Arbeitsfeldern Kita und GBS zu erleichtern können Personen mit nachfolgend genannten Ausbildungsabschlüssen auch ohne eine gesonderte Einzelfallentscheidung der Kita-Aufsicht als Erst- oder Zweikraft in einer Kita oder in der GBS eingesetzt werden.

Erstkräfte

Personen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss  im Haupt- oder Nebenfach Pädagogik

Diplom- (Universität)
– Magister- (Universität)
– Diplom- (FH)
– Masterabschlüsse
– Bachelorabschlüsse
– Lehrkräfte (1. Staatsexamen)

Zweitkräfte

Personen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss  oder Berufsausbildungen
Zusätzlich ist eine Nachqualifizierung in Pädagogik der Kindheit und Entwicklungspsychologie im Umfang von insgesamt mind. 160 Stunden (4) oder eine einschlägige Tätigkeit im Umfang von mind. 1000 Stunden innerhalb der letzten fünf Jahre vor Beginn des Einsatzes in einer Kita oder der GBS erforderlich.

– Diplom- (Universität)
– Magister- (Universität)
– Diplom- (FH)
– Masterabschlüsse
– Bachelorabschlüsse
– Logopädinnen
– Physiotherapeutinnen
– Ergotherapeutinnen
– Beschäftigungs- und Arbeitstherapeutinnen
– Kinderkrankenschwestern
– Hebammen

In allen anderen Fällen gilt weiterhin das bisherige Verfahren gemäß Nr. 4.3. der Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen.
Bei der Teamzusammensetzung ist von den Trägern zu beachten, dass grundsätzlich eine durchgehende Anwesenheit von sozialpädagogisch ausgebildetem Fachpersonal (Erstkraft laut Tabelle 1) gewährleistet wird. Der Träger trägt die Verantwortung dafür, dass die Quereinsteigerinnen die Anforderungen für die pädagogischen Aufgabenstellungen im direkten Kontakt mit den Kindern erfüllen und sich durch Fortbildung vertiefende Fachkenntnisse für das jeweilige pädagogische Einsatzfeld aneignen. Diese Anforderung gilt insbesondere für den Einsatz im Krippenbereich. Die Fortbildungsnachweise sind auf Anforderung der Kita-Aufsicht vorzulegen.
In Kitas darf das Beschäftigungsvolumen des Erziehungspersonals, welches auf Grundlage der obigen Liste  oder aufgrund einer Ausnahmegenehmigung nach Punkt 4.3 der Richtlinien für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen beschäftigt wird, 25 % des Beschäftigungsvolumens des pädagogischen Personals nicht übersteigen.
In der GBS können auch Sozialpädagogische Assistentinnen in der Tätigkeit als Erzieherinnen eingesetzt werden.. Mindestens zwei Drittel des pädagogischen Gesamtteams verfügen über eine Qualifikation als Erstkraft gemäß Tabelle 1 und 2.
Kontaktadressen für Rückfragen unter: http://www.hamburg.de/kita-aufsicht-hamburg/

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2 Abschlüsse an einer Fachhochschule oder Universität in Deutschland oder als gleichwertig anerkannte Abschlüsse an einer Fachhochschule oder Universität im Ausland
3 Vgl. Fußnote 2
4 Die Nachqualifizierung muss spätestens im 1. Halbjahr nach Beschäftigungsbeginn aufgenommen werden und spätestens nach einem Jahr abgeschlossen werden.

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